AMAS Steiermark: Ein Italientief bringt kräftigen Niederschlag
Multi-Gefahren Übersicht
Erstellt von: AMAS Ops Team
E-Mail: st.amas_ops@geosphere.at
Ausgegeben am: 19.02.2026, 11:39 Uhr
Zeitraum: (Do) - 22.02.2026 (So)
Relevante Multi-Gefahren-Ereignisse sind mit E# - D 0, 1, 2 gekennzeichnet. # ist dabei die Eventnummer und D 0, 1, 2 stellt das betroffene Gebiet in den folgenden 24, 48 bzw. 72 Stunden dar (D steht für Tag). Die Gebiete sind entsprechend der Wahrscheinlichkeit einer Schadenssituation farblich schattiert. Ikonographie und Konfidenzniveaus werden am Ende des Dokuments erläutert.
Übersicht erwarteter Auswirkungen - Highlights - Teils kräftige Niederschläge von Donnerstag 18:00 Uhr bis Freitag 15:00 Uhr - Nach Mitternacht verbreitet bis in tiefe Lagen Schneefall mit 5 – 15 cm Neuschnee im gelben Bereich und 15 bis 30 cm im orangen Bereich - Probleme im Frühverkehr aufgrund des zeitlichen Verlaufes des Schneefalls werden erwartet - Speziell im Südosten fällt auch Regen und Schneeregen bzw. Nassschnee - Gefahr von Schneebruch ist sehr hoch
Österreich Zusammenfassung
Ein Italientief gepaart mit einer Kaltfront aus Nord sorgt in weiten Teilen Österreichs für teils kräftigen Schneefall. Während es im Süden und Südosten vor Mitternacht in tiefen Lagen auch Regen sein kann, fällt im Norden und Nordosten vorwiegend Schnee. Große Probleme im Freitagfrühverkehr zeichnen sich im Raum Wien, Niederösterreich und dem Nordburgenland ab, im Südosten Österreichs wird aufgrund des nassen Schnees zudem auch Schneebruch ein Thema.
Detaillierte Ereignisbeschreibung - Wahrscheinlichstes Szenario
Meteorologie: Am Donnerstagnachmittag setzen aus Südwesten zunehmend Regen und Schnee ein. Die Niederschläge werden sich dann in der Nacht auf den Freitag intensivieren. Speziell im Südosten fällt in tiefen Lagen zunächst auch Regen, erst nach Mitternacht sinkt die
Schneefallgrenze mit Einsickern von kälteren Luftmassen von Nordosten her verbreitet bis in die Niederungen ab. Der Freitagvormittag bringt dann insbesondere in der Südosthälfte noch teils intensiven Schneefall, am Nachmittag dann nachlassend.
Die zu erwartenden Neuschneemengen liegen verbreitet zwischen 5 und 15cm, im orangen Warnbereich sind 15 bis 30cm möglich. Die große Spannweite liegt nicht nur an der zu erwartenden Niederschlagsmenge selbst, auch der Regenanteil in tiefen Lagen spielt eine Rolle.
In erhöhten Lagen sind etwa in der Hochschwabregion sowie von der Soboth über die Pack, dem Grazer Bergland bis hin zum Wechsel auch deutlich über 30cm Neuschnee möglich. Am Freitag kommt tagsüber auch lebhafter Nordwestwind auf, stellenweise sind dadurch auch
Schneeverwehungen möglich.
Forst: Durch die erwartenden starken Niederschläge ist vor allem in den südlichen Landesteilen verbreitend mit Schneebruch in den Wäldern und in Parkanlangen zu rechnen. Dadurch kann es zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr durch umgestürzte Bäume kommen. Ebenso ist durch umgestürzte Bäume entlang von Stromleitungen mit Ausfällen im Stromnetz zu rechnen.
Graz: Der zu erwartende Niederschlag in Kombination mit den sinkenden Temperaturen in den Nachtstunden kann im Stadtgebiet zu Problemen/Einschränkungen führen. Da die temperaturmäßige Lage äußerst knapp erscheint, ist der Übergang zwischen Regen, Schneeregen und (Nass-)Schnee derzeit noch schwer einzuschätzen. Sollte das Worst Case Szenario eintreten [überwiegend (Nass)Schnee] sind Probleme im Frühverkehr, Baum-/Astbruch sowie mögliche Auswirkungen im Bereich der Energieversorgung erwartbar. Sollte der Niederschlag hauptsächlich in Form von Regen fallen, sind keine großflächigen Probleme zu erwarten. Der gefrorene Boden ist bereits aufgetaut und die Dauer des Niederschlags macht keine Problematiken in Punkto Starkregenereignisse und pluviale bzw. fluviale Überschwemmungen erwartbar.
Geologie: Aufgrund der Unsicherheit des Regenanteils ist auch die Niederschlagssituation zu beobachten.
Abb. 1: Gesamtniederschlagsmenge mit Schwerpunkt im Süden der Steiermark (Lokalmodell)
Abb. 2: Schneeanteil eines Lokalmodells bis Freitagabend
Ausblick
Nach einer kurzen Wetterberuhigung greift am Samstag eine markante Warmfront auf die Alpennordseite über. Bei einem Anstieg der Schneefallgrenze sind dabei aus heutiger Sicht in Lagen oberhalb von 1000 bis 1500 m Höhe gut 50cm und mehr zu erwarten. Diesbezüglich muss dann insbesondere auf die Lawinengefahr geachtet werden, in den Tälern und Niederungen wird es aber vorwiegend regnen und deutlich wärmer werden.
Abb. 3: Niederschlagsmengen der Warmfront am Samstag und Sonntag


